Ingeborg Poffet
Acht Miniaturen (2008)
Lösungspartituren der Musik-Sudokus
für Akkordeon, Klavier oder zwei Soloinstrumente

Zur Förderung des Notenlesens und des spielerischen-improvisatorischen Umgangs mit Musik entwickelte sie ein Musik-Sudoku. Dabei löste sie das Problem, daß Zahlen-Sodukus sich der Ziffern von eins bis neun bedienen, musikalische Skalen im westlich-europäischen Kulturkreis jedoch nur aus sieben verschiedenen Tönen bestehen ebenso einfach wie elegant. Aufgrund ihrer umfassenden musikpraktischen Erfahrungen mit indischer Musik waren ihr die dort verwendeten neuntönigen Skalen gut bekannt. Und da sich in dem 2006 veröffentlichten Indian Book (ISMN: M-50010-077-5) reichlich Stücke mit diesen Skalen fanden, war es naheliegend, auf derartige Tonsysteme zurück­zugreifen.

Zu ihren Musik-Sudokus teilt die Komponistin Folgendes mit:

Die Musik-Sudokus hatte ich aus pädagogisch-pragmatischen Anlass heraus entwickelt: Schülerinnen und Schüler sollten einen besseren Umgang mit nicht alltäglichen Skalen lernen (z.B. aus Indian Book). Speziell für die Improvisationen, die einen modal-abstrakten Umgang damit erfordern, sah ich plötzlich das Prinzip der Sudokus als musiziertauglich: Man nehme ein ausgefülltes Skalen-Sudoku, betrachte einen 9er Kasten, und spiele ihn beispielsweise jeweils von links nach rechts ab. Dann springt man zu einem anderen Kasten, den man ebenso liest oder rückwärts. Oder man spielt eine Reihe vorwärts, die darunter liegende rückwärts, oder desgleichen mit einer Spalte etc. Auf diese Weise erhält man im fast seriellen Umgang mit Skalen frische Anreize, die sich zeitgenössisch entfalten können. Dabei ergeben sich derart viele Variationsmöglichkeiten, dass ich mich anfangs mit reinen Improvisationsanleitungen begnügen wollte. Die Notenwerte könnte man sich ja selber entsprechend vorstellen. Dachte ich. Dies erschien mir für Improvisationsunbedarfte nun wieder derart weit weg, dass ich ein paar wenige Beispiele geben wollte, wie man die Sache anpacken könnte. Dies sind nun die vorliegenden Acht Miniaturen. Natürlich klingt nicht jedes Skalen-Sudoku mit einer x-beliebigen Anleitung gleich gut: dafür braucht es den gottgegebenen Verstand (und nicht etwa den Computer), der bei Improvisationen das Hauptzepter führt. Solche Beispiele voraus im Kopf zu hören, während man die Skala betrachtet, ist hierbei das Haupt­merkmal. Man kann nach einiger Übung diese acht Anleitungen aber durchaus auf die bereits ausgefüllten Skalen-Sudokus „transportieren“. Man nehme dann jeweils die am besten Passende. Später sollte sich dieser „Röntgen-Blick“ einstellen, mit dem man diese „Skalen-Stapel“ betrachtet und Musik hört, sodass man sämtliche Skalen-Sudokus in spielbare resp. zu spielende Musik-Sudokus verwandeln kann. Selber. Diese vorliegenden Acht Miniaturen sind also die ersten acht Beispiele auf dem Weg zur eigenen Improvisation oder Komposition!

Für die Kleinen habe ich dieses Prinzip zur Maxime erhoben und mit kleinstem Notenmaterial (beginnend bei zwei Tönen) Lieder aus den Mini-Skalen-Sudokus komponiert. Es entstand: Die Klangbox 1, Musik-Sudokus zum Lernen, Singen, Spielen (und Aufführen).

Viel Vergnügen beim Spielen dieser Kompositionen, die hoffentlich Anreiz geben, die Musik-Sudokus selber auszuprobieren (falls noch nicht geschehen) und beim Kreieren eigener Musik.

ISMN: M-50010-086-7
12 Seiten
Preis: € 9
© 2008

Probeseiten als pdf