David P. Graham
Ritual 2 (1996)
für Akkordeon und Schlagzeug

Über das Stück Ritual 2 verfaßte der Komponist folgenden Text:

Ein Ritual kann ein gesellschaftliches Ereignis oder eine Veranstaltung sein, die nur unter dem Einfluß von unerklärbaren oder unlogischen Umständen möglich ist: Zusammenkünfte im Bereich der Religion oder des Aberglaubens, aber auch Massenveranstaltungen verschiedenster Art sowie viele kleine Details des alltäglichen privaten Lebens gehören dazu.

Verschiedene meiner Stücke tragen den Titel Ritual. Sie verkörpern den Versuch, mit Musik rituell umzugehen. Sie verfahren anders mit musikalischen Parametern als sonst, manchmal ist der musikalische Faden nur mit einem „Glaubensbekenntnis” verfolgbar – oder mit viel Phantasie. [...]

„Ritual 2” wird eröffnet mit einem Conga-Solo: eine Verkündigung. Im Akkordeonpart folgt ein langsamer dunkler Marsch, als Annäherung oder Warnung. Ein längerer Abschnitt für Duo folgt, eine Prozession, eine Art Passacaglia, zärtlich beginnend, stetig an Kraft gewinnend, gewaltig ausartend, in eine wilde Solopassage für Akkordeon übergehend. Das Vibraphon, mit Kontrabaßbogen gespielt, stellt Sternenklänge dar, die vom Akkordeon als Choral übernommen werden – Congas geben eine irdische Antwort als Kontrapunkt. Es folgt, wenn man so will, die Verschmelzung: Mit Glas Chimes und atemlosen Bellows-shakes endet das Stück als Frage.

Ritual 2 ist dem Duo Duellante (Helmut C. Jacobs, Akkordeon, und Hermann-Josef Tillmann, Schlagzeug) gewidmet, das die Uraufführung am 9. März 1997  in einem Konzert des Deutschen Musikrates in Bonn spielte.


ISMN: M-50010-054-6
13 Seiten, 2 Spielpartituren 
Preis: € 10
© 2001

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