Junge Komponisten der Clara-Schumann-Musikschule Düsseldorf
David P. Graham (Hrsg.)
Maus und Heizung (2010)
Neue Ansichten über Mandoline und Akkordeon

Das Heft Maus und Heizung. Neue Ansichten über Mandoline und Akkordeon ist die zweite Aufgabe, bei der die Kompositionsklasse der Clara-Schumann-Musikschule in Düsseldorf sich mit den klanglichen und spieltechnischen Besonderheiten des Akkordeons auseinandersetzt. Ging es bei den Zweiunddreißig tierischen Akkordeonstücken (AUGEMUS Musikverlag, ISMN M-50010-016-4) ausschließlich um das Akkordeon als Soloinstrument, so ging es diesmal um eine ungewöhnliche Kammermusikbesetzung. In der Zwischenzeit hat sich einiges geändert: Die jungen Komponisten des ersten Heftes sind mittlerweile erwachsen, und das zweite Projekt findet diesmal zehn Jahre nach dem Jahrtausendwechsel und nicht zehn Jahre davor statt. Geblieben ist vor allem eines: die fachlich-künstlerische Beratung der jungen Komponisten durch den selben renommierten Fachmann David Graham. Und wie David Graham zu dieser Idee kam, teilte er selber mit:

Im Jahr 2008 erreichte mich die Anfrage eines Duos mit Mandoline und Akkordeon, ob meine Four short Pieces (für Violine und Akkordeon) in dieser Besetzung gespielt werden dürften. Zuerst skeptisch, war ich beim ersten Hören sofort für die Sache gewonnen. Es war nicht allein das glasklare, präzise, wunderbar hineingehörte Spiel der beiden Musikerinnen, sondern auch die musikalischen Möglichkeiten dieser ungewöhnliche Instrumentenkombination, die mich überzeugten: der aparte Klang, die krassen Unterschiede zwischen den Instrumenten, die vielfältigen, die Fantasie anregenden Verbindungsmöglichkeiten. Aber trotz allem war das Ergebnis ein Arrangement. Und da es an Originalliteratur für diese Besetzung mangelt, schlug ich vor, dass meine Kompositionsklasse an der Clara-Schumann-Musikschule der Stadt Düsseldorf diese Lücke füllen sollte.

Bald entstand eine Art Arbeitskollektiv: das Originalduo Anne Wolf (Mandoline) und Simone Krampe (Akkordeon) von der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Standort Wuppertal, hat uns instrumentaltechnisch beraten und als musicians in residence die Stücke ständig für uns auf ihre Spielbarkeit geprüft, Ralf Kaupenjohann stand uns als Verleger zur Seite, insgesamt neun junge Komponistinnen und Komponisten aus meiner Kompositionsklasse arbeiteten an dem Auftrag.

Die Stücke sind zwischen Mai 2009 und März 2010 entstanden, einige wurden am 13. Februar 2010 in Osnabrück (im Rahmen eines Symposions über Kompositionspädagogik) von Anne Wolf und Simone Krampe uraufgeführt, alle Stücke waren am 26. Juni 2010 in der Clara-Schumann-Musikschule (Düsseldorf) zu hören.

Die Komponisten stellen ihr Honorar dem UNICEF-Kinderhilfswerk als Spende zur Verfügung.

Der Akkordeonpart ist in klingender Höhe notiert, so daß die Interpreten bei der Registrierung für die Tastaturlage verantwortlich sind. Die Artikulations- und die Registrierungsangaben sind Vorschläge von Anne Wolf und Simone Krampe.

Ralf Kaupenjohann


Vorbemerkungen der Komponisten

Laura Käppele:
Nieselregen und Wüstenlandschaft sind schlichte Naturbilder, ich wünsche den Spielern viel Spaß damit!

Damian T. Dziwis:
In der Drei-Mandeln Trilogie sind die Titel verschlüsselte Botschaften: Alle beginnen mit den Anfangsbuchstaben der Instrumente des Duos, alle enthalten Namen von Mandelsorten (in Anlehnung an die Gestalt der Mandoline) zusammen mit anderen Worten, die weiteres Musikalisches verraten. In Aero Marcona ist Harmonie die Hauptsache, in Avola Monochromatica Melodie, in Aï Metronoma Rhythmus.

Lukas Döhler:
Die Geschichte von Maus und Heizung steht in den Noten, bei Bär und Baby kann jeder selber ausdenken, was passiert.

Gabriel Baumgarten:
Move und Don’t Move sind beide Elke Kulms gewidmet.

Tom Brüggemann:
Es war schon fast Herbst, ich saß beim Frühstück im Garten, die Sonne schien, und ich überlegte, was sich für dieses Projekt eignen könnte. Da kam meine Katze, schlich langsam und behutsam durch das hohe Gras auf einer morgendlichen Entdeckungstour, und da wusste ich, dass mein Thema Katze sein würde.

Valentin Ruckebier:
Das Stück Siegfried und der Drache bezieht sich auf den Roman Sagenhaft, den ich auch selbst verfasst habe. In dieser Geschichte geht es um den Königssohn Siegfried, der eigentlich ein sehr langweiliges Leben führt, bis er während eines mittelalterlichen Jahrmarktes einen Drachen mit einem Pfeil tötet.

Birk Vogel:
Als mir kein Titel einfiel, schlug ich mein Lateinbuch auf und tippte auf eine Vokabel. Ein geeignetes Wort erschien: Idoneus. Das bedeutet übrigens „geeignet“. Durch Zufall passt es natürlich auch.

Paul Weinhold:
Meine Stücke Uneinigkeiten und Kompromiss beschreiben die zwei möglichen Ausgänge einer Meinungsverschiedenheit. Sie beziehen sich aber nicht aufeinander.

Till Berger:
In Grübelei versuche ich, die beiden unterschiedlichen Instrumente in ergänzender Weise einzusetzen (vgl. z.B. in Takt 1 der schnell ablebende Ton der Mandoline und der langsam ansprechende Ton des Akkordeons). So ist das Akkordeon vor allem für lange und tiefe Töne zuständig, die eine düstere Grundstimmung erzeugen..


ISMN: M-50010-095-9
3
6 Seiten
Preis: € 15
© 2010

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