Ernstguido Naumann


Geboren am 14. Dezember 1890 in Trier, erhielt Ernstguido Naumann seine musikalische Ausbildung in Berlin am Stern'schen Konservatorium, an der Königlichen Hochschule für Musik und an der Königlichen Friedrich-Wilhelm-Universität. Zu seinen Lehrer zählten u.a. Oskar Fleischer, Hermann Kretzschmar, Max Grünberg und Arnold Schönberg. Von 1909 bis 1912 war er in Berlin als Lehrer für Klavier, Theorie und Komposition am Beethoven-Konservatorium, von 1912 bis 1919 als Assistent von Prof. Dr. Oskar Fleischer an der Staalichen Sammlung alter Musikinstrumente und von  1917 bis 1920 als Dozent für Klavier und Instrumentenkunde am Stern'schen Konservatorium tätig. Nach einer vorübergehenden Anstellung als Kapellmeister an verschiedenen kleineren Bühnen wurde er von 1921 bis 1925 1. Kapellmeister am Landestheater Detmold und Dirigent des Lippischen Landesorchesters. Von 1926 bis 1930 wurde Ernstguido Naumann Musikdirektor und künstlerischer Beirat der Stadt Alzey und Städtischer Kapellmeister der Stadt Darmstadt. 1930 kehrte er nach Berlin zurück und arbeitete vier Jahre lang als Privatmusiklehrer, Dirigent und Kursleiter. 1934 wurde er erneut an das Stern'sche Konservatorium berufen, um in der Laien- und Berufsausbildung zu unterrichten. Dort wurde er von 1935 bis zum Ende des Dritten Reiches Leiter der Abteilung Volksmusik und des Volksmusiklehrerseminars am Konservatorium der Reichshauptstadt Berlin, wie das Stern'sche Konservatorium nach der Übernahme durch die Stadtverwaltung hieß. Ernstguido Naumann starb am 11. Januar 1956 in Berlin.

Sein kompositorisches Schaffen umfaßt Bühnen- und Orchesterwerke, Kammermusik, Vokalkompositionen und eine große Zahl von Originalwerken und Übertragungen für Bandonion und das Standardbaßakkordeon.

Fünf Bandonion-Trios (1939)
für Violine, Violoncello und Akkordeon oder für zwei Akkordeons